Eva Podlesch / Kunsthistorikerin, Halle, 2008

Seit 1989 sind seine Fotografien regelmäßig in regionalen aber auch überregionalen Ausstellungen, wie beispielsweise 1994 im österreichischen Linz in der Galerie „Alte Welt“, zu sehen. Drei Jahre später erhielt er den 1. Preis beim 97. Fotosalon der TU Dresden. Außerdem wurden seine Fotografien in die Sammlung des Hauses aufgenommen, was natürlich eine besondere Anerkennung seiner Kunst darstellt.

Das Repertoire seiner Bildinhalte erstreckt sich von Porträt-, Landschafts-, Architekturfotografie über Fotoessay bis hin zur experimentellen Fotografie. Im Rahmen dieser Ausstellung sind seine jüngsten Arbeiten aus dem Jahr 2008 zu sehen. Die Fotografien sind innerhalb einer Serie mit dem Titel „Fluchtgedanken“ entstanden. Am Beginn dieser Serie 2006 stehen ausschließlich Landschaften und Feldwege im Mittelpunkt – 2008 variiert er das Thema dahingehend, das er den Eingriff des Menschen in die Natur zeigt und sich dem Thema Industriearchitektur und Industrielandschaft widmet.

Wobei der Mensch, wie bei der Fotografie mit Bagger zu sehen ist, nicht in Erscheinung tritt. Die Technik scheint sich zu verselbstständigen, indem die Bewegungsabläufe des Baggers, erzeugt durch Doppelbelichtung, dargestellt werden. Da kein Mensch vorhanden ist, wird das Bild wird ausschließlich von der „Sache“ beherrscht, die zudem noch durch den suggerierten Bewegungsablauf intensiviert wird.

Sven Abrahams Fotografien sind von einer mechanischen Wiedergabe der Form jedoch weit entfernt. Charakteristisches Merkmal ist die Verwendung eines weichen, so genannten malerischen Stils, der eine, wie es nur in der Fotografie möglich ist, absolut richtige Formwiedergabe, zusammen mit den fein abgestuften Hell-Dunkeltönen ermöglicht. Sven Abraham greift in seinen Arbeiten die Idee der „malerischen Kunstfotografie“ auf, wie sie der amerikanische Fotograf Edward Steichen (1879-1973) um die Jahrhundertwende perfektionierte.

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